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Kalenderblatt für den 21. August




Nyos-See

Ein unsichtbares und geruchsloses Gas aus einem See tötete tausende Menschen und Tiere am 21. August 1986 in Kamerun.

Kalenderblatt Bild21. August – Kalenderkunde
Ein französisches Team entgast den Nyos-See: http://pagesperso-orange.fr/mhalb/nyos/

Es ist schwer zu verstehen, dass ein ansonsten harmlos wirkendes Gas wie CO2 so brutal wirken kann. Aber wie immer macht die Dosis das Gift.

Der Nyos-See in Kamerun befindet sich über einem Vulkangebiet. Entstanden ist er wahrscheinich vor ungefähr 400 Jahren durch einen Vulkanausbruch. 2 Kilometer breit, 200 Meter tief und eigentlich sehr schön gelegen, bot er vielen Menschen Wasser und Lebensraum.

Um die Katastrophe zu verstehen, muss ein wenig Physik herhalten. Kohlendioxid ist ein Gas, das sich in Wasser lösen lässt. Kennen wir ja alle von diversen Softdrinks. Das CO2 wird mit Druck in die Flasche gebracht und bleibt dort, so lange die Flasche geschlossen ist. Machen wir den Deckel auf, kommt das Gas raus, weil der Druck jetzt geringer ist. Je weniger Druck, desto schlechter kann sich das Gas in der Flüssigkeit halten.

Und genau so passiert es in solchen Vulkanseen. Unter unserem befindet sich eine Magmakammer. Die versorgt das Wasser mit frischem CO2. Da der Wasserdruck unten deutlich höher ist, kann sich eine Menge Gas im Wasser lösen. Jetzt besteht der ganze See aus unterschiedlich warmen Schichten. Oben und unten warm, in der Mitte kalt. Dies und der Druck machen die ganze Sache ziemlich instabil, denn das Gas/Wasser-Gemisch ganz unten ist eigentlich leichter und will nach oben.

Wenn es jetzt zu einer stärkeren Durchmischung kommt, wie z.B. durch einen Erdrutsch, löst sich das Gas aus dem nach oben gestiegenen Wasser schnell und zieht weitere Reaktionen nach sich. Kettenreaktion wie man sie kennt, jeder hat schon einmal die Cola-Flasche geöffnet und es schäumte über.

 CO2 ist auch deswegen gemein, weil es unsichtbar, geruchlos, geschmacklos und schwerer als Luft ist. Damit verbreitet es sich am Boden und sorgt schon bei einem Anteil von 8% in der Atemluft für den Tod. Man erstickt also und weiß überhaupt nicht, was zu tun ist. Und so ist es geschehen. Vielleicht der Erdrutsch, vielleicht ein kleiner Vulkanausbruch unter Wasser, irgendwas hat die Reaktion ausgelöst und Unmengen an CO2 kamen schlagartig an die Oberfläche. Noch in 27 km Entfernung starben Mensch und Tier.

Nach der Katastrophe hat es reichlich Untersuchungen gegeben. Man vermutete, das es alle 10-30 Jahre zu einer erneuten Katastrophe kommen könnte. Daher wurden Lösungen gesucht. Eine wirkungsvolle Methode bestand darin, eine Art Strohhalm in den See herab zu lassen. Einmal angestubst strömt nun eine Fontäne mit Wasser und CO2 aus der Tiefe und löst damit langsam das unten gebundene Gas aus. Der Strohhalm ist allerdings 200m lang und die Fontäne bis zu 40m hoch. Das nimmt derzeit mehr Gas heraus als sich lösen kann. Dennoch müssten noch weitere Rohre installiert werden um schnell genug die Gefahr zu beseitigen. Aber dafür ist in der Region kaum Geld vorhanden. Die Gegend wird also weiterhin lebensgefährlich bleiben. Es gibt noch andere Seen, wie z.B. der Kiuwusee in Ruanda, der gleiche Probleme aufweist. Da die Entgasung mit dem ‚Strohhalm‘ Erfolg hatte, denkt man nun an weitere Einsätze dieser Technik.

Im Jahr 2013 befanden sich übrigens noch immer einige Tausend Evakuierte und Flüchtlinge in Camps mit äußerst mangelhafter Versorgung.

 


 Eine zweiteilige Doku über CO2

 


 
















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